Prag, die goldene Hauptstadt des Ostens

Ich war vermutlich 17 als ich das erste Mal mit der Schule in Prag war. Damals konnte ich die Schönheit dieser Stadt noch gar nicht so wirklich wahrnehmen, es war viel zu aufregend mit den Klassenkameraden unterwegs zu sein und weg von Zuhause etwas zu erleben. Sightseeing- nein Danke 🙂 Das einzige Erinnerungsstück, dass ich mir damals mitbrachte, war ein handgemaltes Porträt, dass ich auf der Karlsbrücke anfertigen ließ. Meine Ma hat es heute noch. Ich muss sagen, es war das technisch beste gemalte Bild von mir, dass jemals jemand angefertigt hat. Auf den meisten, erkennt man sich eher nicht. Ich wusste also noch, dass es begabte Maler in Prag gibt, und dass es eine sehr schöne Brücke gab, mit viel viel goldenen Elementen. Das die Moldau auch musikalisch ein Meisterwerk ist und dass ich es vor langer Zeit im Musikunterricht auf  dem Keyboard lernen musste.

Nun, wer meine Bucketlist zu Beginn des Jahres gelesen hat, weiß vermutlich, dass ich Prag als eines meiner Jahres Reiseziele mit aufgeführt hatte. Dass es dann auch noch zustande kommt, habe ich eigentlich meiner Freundin Daniela zu verdanken, die so gerne ein paar Tage mit mir verreisen wollte, dass ich es  ihr einfach nicht ausschlagen konnte.

Nun möchte ich Euch aber gar nicht mit der Vorgeschichte langweilen, sondern direkt in meinen Bericht zur Perle des Ostens einsteigen 🙂

Wie immer könnt ihr von Überschrift zu Überschrift in rot springen, damit Ihr so einfach wie möglich navigieren könnt 🙂

 

Anreise

Wir sind mit dem Flieger nach Prag gekommen, die Eurowings war recht günstig ab Düsseldorf von und nach Prag zu haben. Angekommen am Flughafen hatten wir den Service des Hotels in Anspruch genommen uns abholen zu lassen. Das war ok, aber nicht die günstigste Variante.  Auf dem Rückweg nahmen wir einen Uber, welchen ich generell in Prag, so wie in allen anderen Ländern in denen UBER erlaubt ist, empfehlen kann. Die Fahrt kostete regulär 11 Euro und zur Rush Hour etwa 18€. Es ist meistens der bequemste und günstigste Weg sich fortzubewegen, allerdings gibt es in Prag wie schon erwähnt auch noch günstigere öffentliche Verkehrsmittel, wie diesen Shuttle in die Stadt- da gehts ab 5,50€ in die City. Allerdings muss man evt. ab dort mit einem anderen Verkehrsmittel weiterfahren.

Where to stay

In Prag selbst gibt es so viele Hotels, dass man wirklich die ganze große Auswahl zwischen Low Budget und High Class Hotels findet. Da ich für diesen Trip kaum Zeit hatte mich vorzubereiten und meine Freundin das ganze in die Hand genommen hat, kann ich also zu meinen Favoriten nichts sagen. Hätte ich die Auswahl getroffen, wäre ich vermutlich im The Emblem abgestiegen. Das hat mir von der Ausstattung am besten gefallen.  Sollte ich nochmals nach Prag kommen, werde ich es mir definitiv mal ansehen. Gewohnt haben wir auf der Seite der Burg, dem Viertel Mala Strana und fanden das auch völlig in Ordnung.  Man hat linker Hand die wunderschöne Burg mit der prachtvollen Aussicht und wenn man rechts die Straße hinunter schlendert, kommt man  direkt auf die Karlsbrücke in die Alt- und Neustadt. Wer im absoluten Zentrum leben möchte, sollte vielleicht ein Hotel auf der anderen Seite der Moldau wählen. Die Straße, die ich dort am ehesten attraktiv fand, war die Dlouha in Stare Mesto. Hier kann man sich auf jeden Fall kulinarisch, wie auch kulturell begeistern lassen.

 

What to do in Prague

Ja, was machen wir denn als erstes? In Prag gibt es für jedes Wetter die passende Attraktion. Natürlich befinden sich sehr viele Bauwerke draußen und somit ist Sonnenschein dafür sicherlich der beste Begleiter, aber sollte es mal einen kurzen Schauer geben, kann man sich entweder in ein großartiges Café, oder eins der gefühlt 77000 Museen begeben. Wir wollten uns zunächst mal einen Überblick verschaffen und entschieden uns dann für eine individuelle E- Bike Tour durch die Stadt. Die Rezeption hat uns schnell eine Möglichkeit auf der Dlouha Straße rausgesucht, die wir dann rasch mit der Straßenbahn erreichen konnten. Nun muss ich direkt sagen: Bitte mietet Euch auf keinen Fall ein E- Bike in Prag- außer, ihr macht eine geführte Tour. Das E- Bike an sich, ist natürlich ein Spaßgarant, aber, die Prager und Fahrräder, haben sich in diesem Leben noch nicht gefunden. Wir haben trotz Karte und Empfehlungen, keinen einzigen Radweg finden können, es gibt in der Innenstadt gefühlte 2 Straßen, die eine Radfahrerspur hatten, ansonsten muss man wirklich um sein Leben fürchten, was die Verkehrslage angeht. Radwege an der Moldau entlang- leider Fehlanzeige. Generell waren wir ziemlich enttäuscht von den Beschilderungen, zu 98% sind die Schilder nur auf Tschechisch beschriftet, so dass man maximal ein gezeichnetes Gebäude mit einer tschechischen Bezeichnung erkennen kann. Wäre man mal ein Tscheche geworden. Ohne jemanden, der sich hier auskennt, ein absoluter Flop. Wir waren irgendwann in einem Industriegebiet und völlig ab vom Schuss. Die Bikes haben zwar wirklich Spaß gemacht, sind aber wirklich nicht zu empfehlen, wenn man niemanden dabei hat, der sich auskennt.

Trotzdem hatten wir einige Lichtblicke auf unserem kleinen Ritt, nämlich das kleine Cafe  ‚Piknik Park‚ in dem es den hinreißenden Hundewelpen Amy gibt, und außerdem auch Live Musik ab 17 Uhr 🙂

 

Sehenswürdigkeiten, die einfach schön sind

Ich finde Prag ist eine der wenigen Städte, in der man einfach zu Fuß los laufen kann, und zufällig so viel Schönheit entdeckt, dass es schier kein Ende nimmt. Natürlich waren wir an der Prager Burg,  haben dort den unglaublichen Ausblick genossen, haben die Karlsbrücke mehrfach überquert, haben die alte und neue Stadt besichtigt, sind auf unzählig schöne Bauten gestoßen, sind nach links und rechts, parallel zur Karlsbrücke marschiert und einfach alle Eindrücke aufgesogen, die uns begegnet sind. Auf den Bildern seht ihr einige davon 🙂 Prag ist die Stadt der Marionetten, der Kristalle, des Nippes, der Lebkuchen und Museen, der Musik und des Bieres. Die John Lennon Wall ist ein Ort des Friedens und nebenbei ein schönes Fotomotiv,  es gibt 24Stunden geöffnete Kioske mit schrägen Cannabis Produkten, Schnäpsen in allen Farben des Regenbogens und kitschigsten Mitbringseln. Eine wahre Herausforderung allerdings ist es, einen Briefkasten zu finden. In der einen Bude gibt es Postkarten, in einer anderen die Briefmarken und im Ernst- ich habe mindestens 4 Stunden lang einen Briefkasten gesucht und auch nur EINEN gefunden, an der Hauptpost in der Innenstadt. Das war schon total schräg. Nicht besonders eindrucksvoll fand ich den Wenzelsplatz, hier stehen die Rotlicht Damen auch tagsüber und es hat etwas von Bahnhofsatmosphäre. Kein Ort, an dem ich mich gerne aufgehalten habe.

 

Ausstellungen:

Wir stolperten außerdem über die aktuelle Ausstellung von Schuhgott und Designer Manolo Blahnik im Kampa Museum, was eine überaus schöne Überraschung darstellte. Das Ticket kostete rund 8€ und war sein Geld in jedem Fall auch wert. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12.11 und ist auf jeden Fall für alle Schuhbegeisterten ein Highlight.

Um ehrlich zu sein, haben wir es nicht geschafft uns die Klassiker an Museen anzuschauen, da die Zeit einfach zu knapp war, aber wir konnten trotzdem noch einiges für Euch entdecken 😉

 

Food in Prag

Ja, da kommen wir sicherlich wieder zu meinem Lieblingsthema. Ich hatte große Sorge, dass ich in der tschechischen Hauptstadt kulinarisch nicht auf meine Kosten kommen könnte. Ich malte mir fette Schweinshaxen und viel frittiertes aus, aber das, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet 🙂 Stattdessen, kann ich von einer außergewöhnlich guten kulinarischen Reise berichten, die uns zunächst wieder auf die DLOUHA Straße führte. Hier gibt es eine kleine Passage in der gleich drei Lädchen zu finden sind, die man guten Gewissens empfehlen kann.

Sisters

Da ist zum einen die hippe Schnittchenbude ‚Sisters‘ in der man sich exotische Schnittchen servieren lassen kann- hier muss ich sagen, war ich kulinarisch nicht vom Hocker gerissen, aber irgendwie war es etwas anderes und die hausgemachte Limonade war nicht überzuckert.

Nase MASO & My Raw Cafe

In der selben Passage findet man auch das Nase Maso, dass etwas für wirkliche Fleischfans ist, dort kann man durch ein Fenster die Produktion beobachten, was ich teilweise als ziemlich makarber empfand, dennoch sind sie bekannt für tolle Burger und Beef Tatar. Im totalen Kontrast dann im hinteren Teil der Passage das My Raw Cafe mit wahnsinnig lecker aussehenden veganen Torten.  Ich denke, die ganze Passage ist in jedem Fall einen Besuch wert 🙂

 

Tredelnik

Eine tschechische Süßwaren Spezialität,  gibt es gefühlt an jeder Ecke. Sollte man in jedem Fall mal kosten. Ein zimtig, warmer Teigbecher der auf unterschiedlichste Art gefüllt werden kann. Ich fand ihn am besten mit Erdbeeren und Sahne, die Karamell Variante hat eher enttäuscht. Achten würde ich darauf, dass ich einen frischen und warmen Tredelnik bekomme, keinen abgekühlten, vorbereiteten.

 

Pot au Feu

Oh, was haben wir ein Glück gehabt über dieses Goldstück zu stolpern. Ein wunderbares kleines Restaurant ebenfalls in Stare Mesto. Jan Kracik verwöhnt einen mit einem 5 Gang Menü für 40 Euro und man hat wirklich das Gefühl in einem Sternelokal zu dinieren. Exzellente Küche, toller Service, eine abgefahrene Hightech Toilette bei der ich zunächst gute 5 Minuten Zeit benötigte um zu erfahren, wie man spült ;)- und eine gute Flasche Wein für 20 Euro. Rundum eine absolute Empfehlung. Wir waren spontan dort und stellen fest, dass es sehr gut besucht war. Wir hatten Glück noch ein Plätzchen für zwei zu ergattern und haben uns sehr wohl gefühlt. Tolles Ambiente. Vielen Dank lieber Jan, für diesen tollen, runden Abend 🙂

 

Buddha Bar 

Eine für Prag etwas hochpreisigere Adresse, im Untergeschoss, auch im Viertel Stare Mesto gelegen. Wir haben dort mit Hilfe einer Reservierung einen Platz bekommen und waren auch absolut zufrieden mit unserem Essen. Wir haben beide eine marokkanische Lamm Tajin gegessen und hatten auch noch einen üppigen Nachtisch. Das Interieur  ist eher ‚laut‘, für meinen Geschmack dazu der Service etwas zu steif, das passte irgendwie nicht zusammen. Trotzdem kann ich das Essen empfehlen, wenngleich ich für 130,00€ für zwei, lieber nochmal im Pot au feu gegessen hätte.

 

Vegan’S

Ein ganz tolles Lokal auf der Male Strane. Hier haben wir vorzüglich gespeist, großartige Auswahl, lockere Atmosphäre und top Qualität. Ein absolutes Highlight für mich.

 

Prag Chocolate 

Für alle Schokoladenfans ein absolutes Muss. Hier gibt es neben Kakao mit Schuss,  großartigste Torten und Kuchen die jeweils mit flüssiger Schokolade serviert werden. Ein Erlebnis das glücklich macht 🙂 MMMH 🙂

 

St. Martin

Ein sehr nettes kleines Lokal unterhalb der Prager Burg.  Sehr frische, moderne Gerichte, gute Preise, tolles Interieur- absolut empfehlenswert 🙂

 

Generell kann ich jedem empfehlen diese wunderschöne, wahrlich goldene Stadt einmal zu besuchen. Hier findet man alles, was einem Freude macht, Licht und Frieden, gutes Essen und allerhand architektonische Highlights.

Übrigens- ich kann auch einen Chiropraktiker in Prag empfehlen 😉 Ich hatte mir so den Rücken verdreht, dass ich während der Reise Hilfe benötigte. Diese Praxis hier, hat wahrlich Wunder vollbracht. Vielen Dank an Sie, lieber Michal Kadlec, Sie waren meine Rettung 🙂 Für alle, die dieser Empfehlung folgen wollen: nehmen Sie sich einen Bikini mit 😉

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig Lust auf Prag machen. Für mich war es definitiv nicht das letzte Mal, dass ich diese schöne Stadt besucht habe 🙂

 

3Gedanken zu “Prag, die goldene Hauptstadt des Ostens

  1. Hi Melanie!
    Ich war auch schon in Prag und ich fand die Stadt auch richtig toll! Beim nächsten Besuch werde ich bestimmt ein paar der von dir empfohlenen Lokale besuchen!
    Liebe Grüße,
    Nicole

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